Review

Die Spielebranche hat in den letzten Jahren einen wahren Wandel erlebt, und neben den großen Franchises schaffen es nun auch kleinere, aber in der Qualität oft nicht mindere Spiele auf die heimischen Maschinen. Plattformen wie Steam und der Mac AppStore halten da so einige Perlen bereit. Eine dieser Perlen ist Trine. Aufmerksam geworden durch die schönen Screenshots wollte ich diesem Sidescroller mal auf den Zahn fühlen und es hält, was es verspricht.

Die Geschichte

Weg durch die Katakomben

Trine spielt irgendwann im magischen Mittelalter. Der König des namenlosen Reiches ist verstorben und nun bricht das Chaos über die einstige Idylle hinein. Keiner der folgenden Könige hatte anscheinend die richtigen Qualitäten und die bösen Mächte gewinnen immer mehr an Stärke. Untote steigen aus Ihren Gräbern und die ewige Dunkelheit scheint nicht weit zu sein. Inmitten dieser apokalyptisch anmutenden Stimmung beginnt die Geschichte. Eine Diebin dringt in einen heiligen Tempel ein und dabei stößt sie inmitten dessen auf ein eigenartiges Objekt, dessen Bedeutung dem Spieler bald klar werden soll. Währenddessen erwacht ein Magier vor seinem Sternenglas. Nach jahrelangem Schlaf torkelt er etwas verwirrt durch die Hallen des Tempels und trifft dabei auf die Diebin und Ihren geheimnisvollen Fund. Von der anderen Seite her stürmt ein Ritter heran, der in dieser Situation seine Ehre in der Verteidigung des Eigentums sieht. Alle drei fassen das Objekt an und schwups, sind sie quasi eine Person. “Trine” kommt also nicht von ungefähr – und genau so heißt auch der Kubus der Begierde. Fortan versuchen die Drei sich wieder aus dem Gerät zu befreien.

Gameplay

Inventar der Charaktere

Das Spiel ist ein klassischer Sidescroller aus der Seitenansicht jedoch mit durchaus hübscher 3D-Grafik. Im Trine gefangen können die drei Charaktere per Tastendruck gewechselt werden. Das ist auch bitter nötig, da alle Drei ihre ganz bestimmten Fähigkeiten haben. Während die Diebin mit einem Enterhaken höhere Orte erreichen kann, ist der Ritter in der Lage Gegner aus dem Weg zu räumen und Gefahren mit seinem Schild abzuwehren. Der Zauberer ist in der Lage Objekte in der Spielwelt per Zauber schweben zu lassen und zu bewegen und ebenfalls kleine Kisten herbeizuzaubern. Um durch die Level zu kommen müssen verschiedene Rätsel gelöst und Fallen überwunden werden, sodass ein solider Jump ‘n Run-Adventure Mix entsteht.
Das ist aber längst noch nicht Alles. Während man Ruinen und Wälder durchstreift lassen sich die verschiedensten Gegenstände aufsammeln. Darunter auch magische Lichter, die nach dem Sammeln von 50 Stück zu einem Levelaufstieg führen. Sind unsere Helden eine Stufe aufgestiegen können in klassicher Rollenspiel-Manier Fähigkeiten-Punkte verteilt werden um die einzigartigen Fähigkeiten der Protagonisten zu erweitern oder zu verbessern. Dies verleiht dem Spiel viel mehr Tiefe als man am Anfang vermuten mag.

Grafik und Technik

Auf geht's zum Schloss

Trine verfügt über eine sehr hübsche 3D-Grafik. Die magische und düstere Atmosphäre wurde gut eingefangen und wirkt dennoch nicht einfarbig. Kräftige Farben in der Ausleuchtung sorgen für Abwechslung und den nötigen Ausgleich. Neben detailreichen Models und Umgebungen kommen auch viele Shader zum Einsatz. Entsprechende Hardware vorausgesetzt werden Lichtern Glüheffekte verliehen und sonstige Schmankerle, die aktuelle Titel ebenfalls zu bieten haben. Einer der Besonderheiten des Spiels ist die Physik-Engine. Hier hat die Entwicklerschmiede gute Arbeit geleistet. Zerstörtes Material purzelt realistisch zu Boden und das Platzieren von Kisten kann schon mal etwas fummelig werden. Viele der im Spielverlauf eingebauten Rätsel basieren auf diesen Physikspielereien, zum Beispiel muss der Spieler mit dem Zauberer entfernte Brücken herunter bewegen oder  Kisten schweben lassen, um Inventar von höheren Orten zu schubsen.

Fazit

Trine ist ein wahrer Geheimtipp. Die Kombination der verschiedenen Charaktere um Rätsel zu lösen und das Levelende zu erreichen ist ein gut funktionierendes Spielprinzip welches viel Spaß macht. Die Grafik ist sehr gut gelungen und die Physik im Spiel tut ihr übriges. Viel zu Bemängeln gab es im Test nicht. Die Steuerung kann mit Maus und Tastatur manchmal etwas ungenau sein, aber nach kurzer Eingewöhnungsphase klappt es dennoch gut. Neben diesen Vorzügen dürfte auch der attraktive Preis eine Rolle Spielen. Fans von Physikpuzzlern und Adventures mit Rollenspielelementen ist Trine hiermit ans Herz gelegt.

Trine - Frozenbyte


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Franz
Musikproduzent und Webdesigner. Testet mit iPhone, iPad 2 und Macbook Pro.